Samstag, 8. April 2017

Nicht ganz hundert...

Das Wetter arbeitet dieses Wochenende mit Hochdruck. Und während der letzten Tage beschränkte sich meine körperliche Aktivität mehr oder weniger auf Treppensteigen und vom Büro zum Bahnhof laufen oder umgekehrt. Denn auch meine Berufswelt arbeitet mit Hochdruck. Ich sollte es heute also nicht übertreiben, möchte aber diesen perfekten Frühlingstag richtig ausnutzen. Ein Clinch, wie er im Frühling häufig vorkommt. Einen zarten Vorstoss ins Baselbiet soll es geben, um zu sehen, wie weit die Kirschblüte ist. Meist ist sie dort früher als bei uns. Mal schauen, ob es eine "Blueschtfahrt" wird oder nur eine Plauschfahrt...

Zum ersten Mal in diesem Jahr kommt die kurze Montur zum Einsatz. Um 08.30 Uhr steige ich aufs Bike und gleich wieder ab. Bei 3 Grad ist das so eine Sache mit kurzen Kleidern. Keine Chance, es friert mich zu sehr an den Rance. Es muss wohl oder übel eine dünne Jacke her. Diese leistet bis Balsthal gute Dienste, wandert dann aber bei mittlerweile 7 Grad in den Rucksack. Via Farisberg geht es mit höhenmässigem Umweg nach Langenbruck und rauf zur Belchenfluh. In diesem Gebiet befinde ich mich abwechselnd in den Kantonen Baselland und Solothurn, bevor ich mich bei der Challhöchi für einige Zeit von letzterem verabschiede...

Auf trockenen, fast schon staubigen Pfaden fahre ich an der Laufmatt vorbei Richtung Dietisberg. Jetzt nur noch wenige Höhenmeter, und man erreicht auf dem höchsten Punkt der "Fluh" eine Antenne und vor allem den Einstieg in einen netten Singletrail, den ich vor einigen Jahren schon mal gefahren bin. Man kriegt hier recht viel Trail fürs Geld. Etwa zwei Kilometer. Nicht schlecht für die 200 Höhenmeter, die man dafür investiert. Oberhalb von Diegten geht es danach Richtung Känerkinden. Das Timing für die Kirschblüte passt gar nicht übel, eventuell bin ich sogar noch etwas zu früh... 

Zwischen Gwidem und Belchenfluh
Weg zur Belchenfluh (links unten Langenbruck)
Laufmatt zwischen Eptingen und Läufelfingen
Trail bei der Laufmatt
Diegter Antennentrail bzw. Hardtrail
Trail beim Dietisberg
Hardtrail mit Blick auf Diegten
Trail Richtung Roti Flue
Roti-Flue-Trail
Trail Richtung Diegten...
Bei Känerkinden Richtung Wittinsburg
Nahe Känerkinden
 
Wie bei den Leuten gibt es auch bei Kirschbäumen Früh- und Spätzünder. Zwischen Känerkinden und Wittinsburg erwische ich dann eine ganze Plantage in Vollblüte. Herrlich, mehr Frühling geht gar nicht mehr. Ich fotografiere mir fast einen ab und merke dabei nicht, dass sich mir eine Frau genähert hat. Mit den unverhofften Worten "sehr schön anzuschauen, nicht?" versetzt sie mir einen nicht beabsichtigten Adrenalinstoss. Nach kurzem Geplauder fahre ich weiter Richtung Brunnenhof, dem Scheitelpunkt der heutigen Tour...

Kirschblüte zwischen Känerkinden und Wittinsburg
Blühende Kirschbäume bei Känerkinden
Sicht zum Brunnenhof
Brunnenhof (Tenniken)
Diegten mit Blick Richtung Osten
Diegten (im Hintergrund der Wisenberg)

Etwas später erreiche ich das Dorf Diegten, das die meisten – wenn überhaupt – von der Autobahn her kennen. Diese nimmt man im Dorf zum Glück gar nicht so wahr. Nach kurzer Stärkung fahre ich hinauf zum Lenzhof und Ränggen. Via Reien geht es dann Richtung Oberdorf. Die paar wenigen Höhenmeter zum Dielenberg investiere ich gerne noch, um den Singletrail ins Dorf runter zu nehmen. Dieser verläuft ganz zu Beginn für meinen Geschmack genug in Falllinie, wird aber rasch weniger steil. Ein kurzes, aber cooles Vergnügen, und Oberdorf ist erreicht. Kurz rüber nach Waldenburg, und schon steht nur noch der Hauenstein im Weg...

Kirche Diegten mit Kirschblüte
Kirche Diegten durch die Blume bzw. Blüte
Auf dem Weg Richtung Lenzhof
Frühlingslandschaft im Baselbiet
Blick beim Ränggen Richtung Diegten, Tenniken und Sissach
Kühe beim Ränggen (Blick Richtung Sissach)
Dielenberg-Trail kurz vor Oberdorf BL
Schlussteil Dielenberg-Trail nach Oberdorf
Blick zur Ruine Waldenburg bei Gerstel
Ruine Waldenburg
Blühender Kirschbaum bei der Schriberweid nahe Bannwil
Kirschblüte nahe Bannwil

Die viel befahrene Passstrasse mit ihrer langen 08/15-Steigung hasse ich wie die Pest, versuche diese weitestgehend zu meiden. Auf leichten Umwegen wird Langenbruck schliesslich erreicht. Danach passiere ich ein Schild mit der Aufschrift "Auf Wiedersehen im Baselbiet". Die andere Seite "Willkommen im Baselbiet" habe ich vor ein paar Stunden bereits gelesen. Via Türrahmen-Trail geht es später zur Ruine Neu Falkenstein und über einen weiteren Singletrail zurück nach Balsthal. In Bannwil bleibe ich nochmals an ein paar blühenden Kirschbäumen hängen, danach fahre ich über die Aare und nach Hause.
 
Nicht nur den Frühling, sondern auch die Höhenmeter spüre ich langsam. Blick auf den Kilometerzähler zum Schluss: Nicht ganz hundert? Ne, falsch geschätzt. Doch ganz hundert...


Höhenprofil
 
 
 
Tourdaten: Weite 104,4 km / Höhe 2570 m / Fahrzeit 6:34 h
GPS-Aufzeichnung der Tour: Baselbieter Runde
 

Samstag, 25. März 2017

Kleinvieh macht viel Mist...

Während der Woche hat sich wieder einiges an Ballast angesammelt. Der muss raus. Und ich auch. Bereits seit einigen Tagen weiss ich, wo es heute hingehen soll: Nochmals in die seltenste Richtung: Osten. Genauer: zum ehemaligen Landessender Beromünster. Die "Inspiration" dazu lieferte mir ein altes Radiogerät, das ich bei einem Kollegen erspäht habe. Die letzten Tage habe ich nun damit verbracht, eine geeignete Linie nach Beromünster zu finden und mir einzuprägen. Man könnte ausnahmsweise schon fast von Planung sprechen. Auf die eigentliche Kernkompetenz meines GPS-Geräts, die Navigation, verzichte ich einmal mehr. Denn Wanderwegmarkierungen und Erinnerungsvermögen können zwar manchmal auch ungenau sein, stürzen aber wenigstens nicht dauernd ab...
 
Kurz vor 10.00 Uhr starte ich Richtung Dornegggütsch und Madiswil. Es hat Hochnebel und eine fiese, miese Bise. Anscheinend hat nicht nur meine Zugrichtung, sondern auch das Wetter auf Ostlage umgestellt. Via Melchnau geht es hinauf zur Burgruine Langenstein. Wenig später tragen die Wanderwegschilder ein blauweisses Wappen. Ich passiere Grossdietwil, und nach weiterem Auf und Ab lande ich in Ebersecken. Hier folgt die steilste Passage des Tages, die kurz und schmerzhaft auf eine weitere Anhöhe führt. Allzu viel Saft steckt im März noch nicht in den Beinen, aber es reicht, um den Aufstieg fahrend zu meistern. Der Hochnebel gibt langsam auf, macht dem blauen Himmel Platz. Die Bise hält sich jedoch wacker...
 
Auf dem kleinen Plateau bei Altishofen verliere ich kurz die Orientierung, muss doch mal das GPS um Rat bitten. Nicht ganz plangemäss erreiche ich später Nebikon. Kurz danach führt mein Weg oberhalb von Wauwil vorbei. Hier hätte man theoretisch eine gute Fernsicht über das Wauwilermoos. Theoretisch, denn es hat einiges an Dunst in der Luft. Die Bise heult und pfeift mir um die Ohren, ich könnte ihr glatt eins auf Maul hauen. Ein Singletrail, der zuerst eher ein Doubletrail ist, führt Richtung St. Erhard. Jetzt folgt die Aufgabe des Tages: Die Umfahrung von Sursee. Diese gelingt mir gut: Links sehe ich Eichhörnchen und Buschwindröschen, rechts schimmern ab und zu ein paar Fabrikhallen durch den Wald hindurch. Dann ist der Spuk auch schon vorbei und Schenkon erreicht...


Faule Katzen
Zwei tolle Motivatoren...
Doubletrail ob Wauwil
Fantastisch: Zwei Singletrails nebeneinander
Buschwindröschen (Geisseblüemli)
Frühlingsboten (Buschwindröschen)
 
Es folgt nochmals ein kurzer, anfangs recht steiler Aufstieg, dann ist der über 200 m hohe Sendemast des ehemaligen Landessenders Beromünster erreicht. Vor genau 10 Jahren war ich schon mal hier, damals sendete die Anlage noch. Die Abschaltung erfolgte erst Ende 2008. In der Gegend hat man in der Zwischenzeit einen Radioweg eröffnet, der mit verschiedenen Hörstationen die Entwicklung des Radios aufzeigt. Dafür habe ich heute aber nicht genug Zeit. In Beromünster wende ich den Drahtesel um 180 Grad bzw. fahre um die Stiftskirche herum und mache mich auf den Rückweg. Dieser führt via Saffental über einen Gratweg, wo mit 854 m der bescheidene Höhepunkt der Tour erreicht ist...


Ehemaliger Landessender Beromünster
Landessender Beromünster
Stiftskirche Beromünster
Stiftskirche Beromünster
Sendeanlage auf dem Blosenberg
Sendeturm, Blick Richtung Norden
 
Später durchfahre ich ein mir bis anhin völlig unbekanntes Dorf namens Schlierbach, und nach einem kurzen Singletrail folgt die Abfahrt nach Triengen im Suhrental. Es ist eine klassische Wellblechtour unter dem Motto: Je auf, desto ab. Und so folgen nach wenigen Hundert Metern bei Winikon die nächsten gut 200 Höhenmeter. Zuerst ein kürzerer, dann ein etwas längerer Singletrail führen anschliessend runter nach Reiden. Das Dorf selber streife ich aber nur. Kurz rüber nach Langnau, und schon folgen wieder gute 200 Höhenmeter. Mein rechter Oberschenkel ist langsam der Meinung, er müsse mir den K(r)ampf ansagen. Aber ein Oberschenkel hat keinerlei Entscheidungsbefugnisse. Mein Berner Gring sagt, wann hier Schluss ist. Und er sagt: Weiter geht’s...


Flecken Beromünster
Blick auf Beromünster
Kühe auf offenem Feld
Grasende Kühe
Suhrental mit Triengen im Hintergrund
Blick auf Triengen ob Winikon
Reiden in Sichtweite
Auf dem Weg nach Reiden
Kirchturm von Pfaffnau
Viel sieht man von Pfaffnau nicht...
Letztes Tageslicht (bei Lotzwil)
Der Sonne entgegen
 
Via Roggliswil geht es einen coolen Singletrail hinab Richtung Berghof. Nach der Überquerung der Rot sind auch die Wanderwegsymbole wieder rot. Ich bin zurück im Heimatkanton. Nahe Melchnau folgt ein kurzer, steiler Betonaufstieg. Etwas später hille ich auf verschiedenen Trails down nach Lotzwil. Die Sonne steht schon sehr tief; das wird morgen um die gleiche Zeit noch kein Problem sein. Zeitumstellung sei Dank. Bei letztem Tageslicht erreiche ich wieder den Abfahrtsort und nehme überrascht zur Kenntnis, dass sich die vielen Auf und Abs zu rund 3000 Höhenmeter kumuliert haben. Das ist recht heftig für eine März-Tour. Beim Anblick des Höhenprofils könnte man meinen, ich hätte die Anden überquert. Es ist alles nur eine Frage des Massstabs. Kleinvieh macht eben viel Mist…


Höhenprofil

 
 
Tourdaten: Weite 116,0 km / Höhe 2970 m / Fahrzeit 7:40 h
GPS-Aufzeichnung der Tour: Landessender Beromünster
 

Samstag, 11. März 2017

Im Osten was Neues

Schnee hat auf mich eine ungeheure Anziehungskraft; bei Schneematsch und Morast verkehrt sich diese jedoch ins pure Gegenteil. Insofern sind Höhen ab etwa 1000 m im Moment nicht allzu einladend. Also wohin? Grobe Zugrichtung: Hohwacht, dann mal sehen. Immer wieder zu der Jahreszeit frage ich mich, was ich anziehen soll. Morgens unter 0 Grad, am Nachmittag 15 und mehr. Das Zwiebelschalenprinzip beherrsche ich nicht wirklich. Ich schnappe mir ein paar Landeskarten, ziehe eine dünne Jacke an und mache mich auf den Weg in eine seltene Richtung: Osten...
 
Die Jacke wandert bereits nach wenigen Minuten in den Rucksack, wo sie bis zum Schluss verbleiben wird. Der Dornegggütsch ist der erste Hinaufhügel (englisch uphill) und zugleich auch der Aufstieg des Tages. Es fühlt sich an, als würde ich mit gedrosselter Leistung biken: Zwar nicht wirklich anstrengend, aber langsam und mit tiefer Kadenz geht es voran. Ich passiere Madiswil, fahre bergwärts Richtung Hohwacht und weiter nach Gondiswil, wo ich am 22. Juli 2008 letztmals war. Nahe des Dorfes entspringt die Rot, die hier meist die Kantonsgrenze Bern-Luzern bildet. Der kleine Graben, in dem sie fliesst, macht die Grenze sichtbar...
 
Bei Schönenthül erreiche ich auf gut 760 m den bescheidenen Touren-Höhepunkt, dann folgt die Abfahrt nach Zell. Ein kurzzeitig recht steiler Weg führt rasch wieder hinauf auf eine Anhöhe. Zwei weitere Anzeichen zeigen auf, dass der Kantonswechsel vollzogen ist: Die Kreuze und Kapellen auf den Hügeln werden zahlreicher, die Kirchen in den Dörfern grösser. Und die Katzen eher scheuer. Weitere Sprüche verkneife ich mir jetzt. Mit leichtem Auf und Ab geht es schliesslich in einen Wald. Als dieser sich lichtet, ist Willisau sehr nah. In der Altstadt drehe ich den Drahtesel um 180 Grad: Endstation, bitte alle aussteigen. Oder so...

Hohwacht
Hohwacht mit Blick zum Jura
Zell LU
Abfahrt nach Zell
Willisau vom Willbrig aus
Willisau im Blickfeld
 
Nach kurzem Aufenthalt bike ich über den Willbrig nach Gettnau. 200 Höhenmeter führen hier hinauf auf ein kleines Hochplateau. Ich liebe es, über solche Anhöhen zu fahren. Immer schön die Höhe haltend, geht es zur Grossdietwilerallmend. Völlig unbekanntes Terrain. Trotz GPS und Karten verliere ich für einen Moment die Orientierung. Altbüron finde ich aber dennoch, wenn auch nicht ganz plangemäss. Nahes des Dorfes überquere ich die Rot, dann tragen die Wanderwegschilder wieder das Berner Wappen. Mehr und mehr westwärts geht es über Melchnau Richtung Lotzwil und nach Hause...

Willisau, Blick zum Untertor
Willisau, Altstadt
Landschaft ob Gettnau
Anhöhe beim Bodeberg
Landschaft ob Zell
Singletrail mit Alpenblick
 
Höhenprofil
 
 
 
Tourdaten: Weite 69,9 km / Höhe 1780 m / Fahrzeit 4:44 h
GPS-Aufzeichnung der Tour: Willisau / Luzerner Hinterland


Samstag, 25. Februar 2017

5 Seconds of Winter

Momentan sind meine Touren etwa wie Telefonstangen: zwar recht lang, aber auch weit auseinander. Trainingseffekt? Fehlanzeige. So geht nun mal Februar. Theoretisch wäre noch Winter. Doch der Zufrühling gibt auch dieses Jahr wieder alles und fegt den Schnee bereits im Februar weg. Ich bin aber immer noch auf Winter eingestellt. Gestern Abend habe ich die wenigen kleinen Schneeschauer auf dem Niederschlagsradar genau beobachtet. Der letzte zog über den Passwang und löste sich bei Oensingen auf. An vielen Orten der Region blieb es komplett trocken. Ziel heute: Passwang, what else? Mal schauen, ob es da oben weiss ist...
 
Kurz vor 09.30 Uhr fahre ich bei knapp unter 0 Grad los. Nach einigen Touren mit dem Fattie bin ich heute wieder mal mit dem "normalen" Bike unterwegs. Es fühlt sich fast ein wenig ungewohnt an. Mir weht eine leichte Bise entgegen, ansonsten hat es aber viel Blau am Himmel. Bei Röthenbach und Niederbipp gerate ich jedoch in eine Nebelbank. Durch die Klus fahre ich nach Balsthal und mit einem kurzen Abstecher über Eschenholz nach Mümliswil. Hier ist meine Schaltung der Auffassung, ich könne auf die kleinsten Gänge verzichten. Jedenfalls lassen sich diese zeitweise nicht mehr einlegen, warum auch immer...

Perfektes Timing, genau vor dem Aufstieg zum Passwang. Krafttraining – oder nennen wir es mal Murks – ist also garantiert. Einmal mehr. Ich entledige mich einiger Kleidungsstücke und knorze dann den phasenweise steilen Weg rauf zum Passwang. Hier an der Sonnseite ist der Schnee von gestern bereits Schnee von gestern. Nur an wenigen Stellen ist es noch weiss. Ab etwa 1000 m wird jedoch das Ergebnis des gestrigen Schneeschauers deutlich sichtbar: Es öffnet sich mir eine Art "Winterlandschaft light" mit ein paar Zentimetern Neuschnee. Das Fattie wäre hier klar unterfordert...

Haareis, auch Eiswolle genannt
Haareis oder Eiswolle (oder Ast mit Frisur)
Bike im Schnee
Vogelberg
Platz an der Sonne
Bänkli auf dem Passwang
 
Zu meinem Erstaunen begegne ich an diesem Samstag lange Zeit niemandem. Vielleicht ist das die (Nach-)Wirkung der Fasnacht. Ich fahre über den Gratweg des Vogelbergs. Zum Glück liegen die Temperaturen (noch) knapp unter 0 Grad. Das erhält den Schnee schön leicht und pulvrig. Die Abfahrt zur Wasserfallen lasse ich auch heute ins Wasser fallen. Stattdessen bike ich lieber noch ein wenig über die Höhen des Passwang und zeichne ein paar Spuren in den meist unberührten Neuschnee. Später nehme ich den Singletrail zum Naturfreundehaus Wechten. Nach kurzer Gegensteigung geht es weiter runter Richtung Limmernschlucht...

Singletrail in wenig Pulverschnee
Vogelberg-Gratweg
Solo-Spur
Unterwegs auf dem Passwang
Schönes Farbenspiel am Passwang
Sichtbare Sonn- und Schattseite
Trail mit Aussicht
Trail zum Naturfreundehaus Wechten
Beim Hof Obere Wechten
Vogelberg von unten (finde die Katze)
Schwäne beim Kraftwerk Bannwil
Die Schwäne sitzen auf dem Trockenen
 
Wie der letzte Mensch fahre ich die Trails hinab. Das liegt teilweise daran, dass ich mich wieder umgewöhnen muss: Das Fattie klebte regelrecht am Untergrund, das normale Bike ist doch deutlich quirliger. Es hat aber auch damit zu tun, dass nach der Schaltung nun auch die Vorderbremse zu spuken beginnt, was beim Downhill durchaus als suboptimal bezeichnet werden darf. Sind das etwa Standschäden? So lange stand das Bike doch eigentlich nicht unbenutzt in der Garage. Was versagt wohl als Nächstes?

Unten in Mümliswil erinnert nur noch der am Bike klebende Schnee an den Winter. Leicht ausschweifend über Bannwil fahre ich nach Hause. Cool war es. Und der Rahmen des Bikes hat bis zum Schluss gehalten!
 
 
Höhenprofil
 

 
Tourdaten: Weite 71,8 km / Höhe 1760 m / Fahrzeit 4:50 h
GPS-Aufzeichnung der Tour: Passwang-Vogelberg
 

Samstag, 11. Februar 2017

Schöner Murks...

Der "traditionell" schwächste Bike-Monat ist angebrochen: der Februar. Es ist die Zeit des Form-Tiefststandes und der geringsten Aktivität. Meine Statistik der letzten 13 Jahre sagt, dass ein durchschnittlicher Februar 321,7 Kilometer und 6'560 Höhenmeter erreicht. Traditionen soll man bekanntlich nicht brechen, und so beginnt der Februar 2017 auch gleich standesgemäss mit einer Woche Nichtstun. Daran hat allerdings auch die Geschäftswelt einen gewissen Anteil. Doch der kürzeste Monat des Jahres bringt durchaus auch Höhepunkte: zum Beispiel beim Körpergewicht...
 
Die Neugier ist zu gross: Ich kann es nicht lassen und stehe nach langer Zeit wieder mal auf meine sogenannte Präzisionswaage. Sie zeigt 179 Kilo. Schön, dass ich das jetzt wieder für eine Weile hinter mir habe. Noch kurz nachgeschaut: Nein, der Hersteller der Waage ist nicht identisch mit demjenigen meines GPS-Geräts. Schade, das hätte einiges erklärt... Emmental oder Jura, das ist hier und heute die Frage. Nach einigem Zögern nehme ich das Fattie und bewege mich gegen 10.00 Uhr Richtung Schweden. In Balsthal beschliesse ich aber, die Tour etwas zu verkürzen, und nehme den Aufstieg zum Brunnersberg in Angriff...
 
Der Schnee der vergangenen Tage ist unterhalb etwa 700 m genauso vergangen wie die Tage. Kaum noch irgendwo weiss. Darüber aber wird es mit jedem Höhenmeter winterlicher. Die Sonne tut sich schwer: Im unteren Bereich des Aufstiegs kämpft sie gegen den Nebel, ab etwa 900 m zieren zeitweise Wolkenfelder den Himmel. Kalt ist es heute aber nicht: Auf 1100 m Höhe hat es 0 Grad. Mit leichten Umwegen erreiche ich beim Hof Zentner auf knapp 1200 m den höchsten Punkt der Tour. Die Physik will es, dass ich hier einige Meter durch den unberührten Schnee stapfen muss, zu sehr saufe ich ab...
 
Brunnersberg, Zentner
Glitzernder Schnee
Unberührter, glitzernder Schnee
Snow-Biking
Kann man so stehen lassen...
Schneelandschaft zwischen Zentner und Grossrieden
"Abfahrt" Richtung Grossrieden
Schneespur ob Grossrieden
Einsame Fattie-Spur
Schattenspiele...
Sieht irgendwie komisch aus...

Schliesslich nehme ich eine teils weglose "Abfahrt" durch den Tiefschnee nach Grossrieden. Selbst bergab muss man viel Kraft aufwenden, um vorwärts zu kommen. Abgesehen von einigen Tierspuren ist die Schneelandschaft meistens unberührt. Herrlich. Von Grossrieden fahre ich wieder eher unkonventionell runter nach Herbetswil. Hier bin ich schon recht angezählt, etwa so bei 6. Und es wartet noch die Schmiedenmatt… Im Kriechgang geht es wieder hinauf in den Winter und querfeldein hinunter durch den Schnee nach Farnern...


Schnee und Sonne
Schönes Sonnenfenster
Büsi bei der Hinteren Schmiedenmatt
Jura-Schneelandschaft
Schöne Schneelandschaft...
 
Irgendwie und irgendwann lande ich danach in Wiedlisbach und nehme den Rest via Wangen und Wangenried nach Hause. Es war ein schöner Murks. Wobei das Wort "schön" eindeutig zweideutig zu verstehen ist...
 
 
Höhenprofil
 
 
 
Tourdaten: Weite 70,2 km / Höhe 1900 m / Fahrzeit 5:34 h
GPS-Aufzeichnung der Tour ansehen: Brunnersberg-Schmiedenmatt