Mittwoch, 18. Oktober 2017

Herbstgruss...

Wenn man die Gelegenheit hat, dieses Herbstwetter Marke Deluxe auszunutzen, sollte man es unbedingt tun. Sonst droht ein schlechtes Gewissen sich selbst gegenüber, und man verpasst zudem die Farbenpracht, welche die Natur derzeit präsentiert. Zum Glück habe ich momentan das Privileg, mich aufs Bike zu setzen, wenn es mir gerade passt. Und heute passt es wieder. Nachdem die beiden letzten Touren ziemlich heftig ausgefallen sind, will ich es heute deutlich ruhiger angehen. Nach der vorgestrigen Spaghetti-Tour muss ich meinen Körper jedoch zuerst vorsichtig um eine Fahrerlaubnis fragen. Er gibt mir grünes Licht...


Raubtier oder Faultier?
Faule Katze
Herbstlicher Weg nahe Niederönz
Farbentunnel am Oenzberg
Herbstszene bei Heimenhausen
Gelb-Pferd-Gelb
 
Schon gestern war ich wieder erstaunlich fit, obwohl ich nach der Glaubenberg-Tour vom 16. Oktober vor lauter Müdigkeit fast rückwärts die Treppe hochsteigen musste. Wie eine Briefmarke kam ich mir vor: zwar zackig, aber auch flach. Heute werde ich mich mit dreistelligen Höhenlagen begnügen. Genau diese dürften nämlich schon bald unter oder in der Nebelsuppe verschwinden. Eine klassische Nebellage hat dieser Herbst zwar bislang noch nicht geboten, aber das wird noch kommen. Die Katze ist einmal mehr keine gute Inspirationsquelle für meinen Bewegungsdrang, dennoch starte ich am Vormittag nach Norden...
 
In dieser Richtung sind ein paar abziehende Schleierwolken erkennbar, ansonsten ist es wolkenlos und sehr mild. Die Fernsicht ist allerdings nicht sehr gut, um doch noch auf höchstem Niveau zu jammern. Ich fahre zuerst nach Oensingen und nehme dort den Weg zum Roggen in Angriff. Die Bürgergemeinde hat dieses Natursträsschen auf einigen Hundert Metern illegal betonieren lassen und es damit zu einem Politikum im Kanton Solothurn gemacht. Ich steige hoch bis zur Hauensteinmatt auf gut 900 m, dann geht es hinab nach Holderbank und gleich wieder aufwärts zum Baselbieter Weiler Bärenwil...


Blühende Blumen mit Bienen im Oktober
Frühling pur...
Wald beim Leenberg ob Niederbipp
Bunter Wald ob Niederbipp
Blick auf die Dampffahne des AKWs Gösgen
Aufstieg zur Hauensteinmatt
 
Auf den Wiesen blühen zum Teil Blumen, die zahlreiche Bienen anlocken. Zusammen mit den warmen Temperaturen kommt fast ein wenig Frühlingsfeeling auf – mitten im Oktober. Doch die wunderbar farbigen Wälder sind ein unverkennbares Zeichen dafür, dass da nix Frühling ist. Via Asp führt mein Weg zum Allerheiligenberg, wo wiederum gut 900 m erreicht werden. Hier setze ich mich auf ein Bänkli und geniesse die Aussicht, die man theoretisch hätte, wäre es nicht so dunstig. Der Herbst ist der Künstler unter den Jahreszeiten. Unglaublich, diese Farbenpracht überall. Man kann sich fast nicht sattsehen...


Trail zum Allerheiligenberg
Allerheiligenberg mit "Kunstwerk"
Allerheiligenberg auf 909 m
Allerheiligenberg nahe der Klinik
Farbiger Wald beim Allerheiligenberg
Bei der Waldhütte am Allerheiligenberg
 
Die heutige Tour soll keine sportliche Höchstleistung werden, dafür bleibt aber genug Zeit zum Fotografieren und Verweilen. Insofern hat mich die Katze vielleicht doch ein wenig inspiriert. Nach einem Singletrail auf dem Allerheiligenberg geht es bereits zum bescheidenen Höhepunkt der Tour, der Wuesthöchi auf 967 m. Mit leichtem Auf und Ab fahre ich rüber zur Schwengihöchi ob Langenbruck und via Asp zur Santelhöchi. Trotz der Fernsicht zéro-zéro hänge ich hier noch die Höchi Flue ob Egerkingen an, die 966 m erreicht. Nicht wegen der Aussicht, sondern wegen des Trails, der dort oben verläuft...
 

Kurz vor der Neu-Bechburg ob Oensingen
Trail kurz vor der Neu-Bechburg
Burg Neu-Bechburg
Burg Neu-Bechburg
Farbiger Herbstwald bei Heimenhausen
Herbstwald bei Heimenhausen
Natur in Herbststimmung
Nahe Schwerzi
Trail im Unterwald bei Herzogenbuchsee
Singletrail in Farbe
Farbiger Herbstwald beim Reckenberg
Farbenspiel nahe Herzogenbuchsee
 
Über die Schlosshöchi und die Tiefmatt mache ich mich dann auf den Weg zum Oensinger Roggen. Hier wartet ein schöner Trail, der zur Neu-Bechburg und weiter nach Oensingen hinunter führt. Der Nachhauseweg über Bannwil wird dann einigermassen unrhythmisch, da ich ständig wieder etwas bildlich festhalten muss. Schliesslich fahre ich bei tiefstehender Sonne wieder zu Hause ein, wo die Katze immer noch auf dem Stuhl liegt. Immerhin hat sie während meiner Biketour ihre Position ein bisschen verändert. Und sie bewegt sich doch...
 
Höhenprofil


 
Tourdaten: Weite 76,7 km / Höhe 1830 m / Fahrzeit 5:09 h
GPS-Aufzeichnung der Tour: Allerheiligenberg / Höchi Flue

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